Die Sonne scheint und eigentlich sollte ich mich darüber freuen. Eigentlich! Aber heute ist so ein Tag, an dem ich mir eher Regen wünsche. Warum? Weil ich dann ein Alibi hätte, um mich mit einem leckeren Latte Macchiatto (Hallo Nic! ;-) ), einem Buch oder einer Serie bei Watchever und Schokolade auf's Sofa zu verkrümeln.
Und dann frage ich mich, weshalb ich das nicht trotzdem mache? Weil von einem erwartet wird, dass man bei dem tollen Wetter raus geht. In den Garten, weil mal wieder das Unkraut weg müsste. Und die reifen Tomaten warten auch darauf, geerntet zu werden. Und warum muss man das machen? Weil es von einem erwartet wird! Punkt! Aber mich überfordert das im Moment einfach! Die Erwartungshaltung von anderen. Warum kann es mir nicht scheißegal sein, was andere denken. Es fragt ja auch keiner danach, warum ich schon länger nicht mehr im Kleingarten war. Und ich erwarte das auch nicht. Wie soll es auch jemand verstehen, dass ich krank bin, wenn ich keinen Gips trage und noch alle Haare auf dem Kopf habe?! Das ist eben das Kreuz mit den Depressionen: Es steht einem nicht auf der Stirn, man sieht es nicht. Soll man da jemandem einen Vorwurf machen, dass er nicht fragt was los ist?
Ich habe in meiner Reha im April etwas gelernt: Wenn es mir nicht gut geht, mache ich nur Dinge, nach denen mir ist! Da bin ich mal ganz egoistisch! Und wenn mein Konto es erlauben würde, würde ich heute auch Pizza bestellen, anstatt zu kochen. Ich hab nämlich überhaupt keine Lust, gleich noch zu schnibbeln und am Herd zu stehen, aber das Kind (Jahaaaa...er ist 17! Ich weiheiiiß) will ja auch was zu essen haben. Und bevor jetzt jemand fragt, warum ich ihn nicht bitte, etwas zu kochen: Im Moment ist es für mich weniger anstrengend, selber zu kochen, als mit ihm runzudiskutieren.
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